Die Sage des Balgheimer Kohlhaldaweibles

In Balgheim lebte um 1600 in der Nähe des Schlosses ein altes Weib, das allerei "Teufelskünste" verstand. Für die Balgheimer war sie eine Hexe. Eines Tages kam heraus, daß das Weib Milch und Eier gestohlen hatte. Sie wurde vom Richter gnädiger Weise nicht an das Rad gebunden und als Hexe verbrannt sonder nur unter Schimpf und Schande aus dem Dorf in die Kohlhalde gejagt, wo sie nun seither umher geistert. So wurde sie auch, wie für vielerlei anderer Dinge im Laufe der Zeit, für schuldig befunden.
So auch im Jahre 1730 den Marktstein der Kohlhalde zu Gunsten der Balgheimer verschoben zu haben.
Im Jahre 1626 kauften die Balgheimer von etlichen Spaichingern ein etwa 13 Jauchert großes Waldstück (Reutwald). 1730 machten die Balgheimer eine großen Holzhieb im Waldteil und fuhren das Holz nach Balgheim. Bald darauf ging in Spaichingen das Gerücht herum, der Holzhieb sei nicht in dem 13 Jauchert großen Reutwald erfolgt, sondern im angrenzenden, zu Spaichingen gehörenden Gemeindewald in der Kohlhalde.
Eine Anordnung Spaichingern Bürger mit dem Vogt und dem Obervogt stellten fest, das der Holzhieb tatsächlich auf Spaichinger Markung erfolgt war. Die Spaichinger foderten es endgültig von Balgheim zurück. Für den Weigerungsfall ließen die Spaichinger die Drohung durchblicken, als Vergeltungsmaßnahme einen kräftigen Holzhieb im Reutwald vorzunehmen. Darauf schickten die Balgheimer einen Boten zum Obervogt, um bis zur Klärung der ganzen Angelegenheit ein Hiebverbot für Spaichingen zu erwirken. Jedoch hatte diese Einmischung wenig Erfolg. Balgheim blieb bei seiner Weigerung und Spaichingen bei seiner Forderung. Der Krieg war unvermeindlich. Die Balgheimer zogen es vor der Gewalt zu weichen. Und die Spaichinger konnten darauf dass fragliche Holz ungehindert mitnehmen.